Vereinshistorie

Vereinschronik

Der Melsunger FV 08 blickt stolz auf eine über 100-jährige Vereinshistorie zurück, gespickt mit sportlichen und gesellschaftlichen Höhen und Tiefen. Stets hat man sich dabei eine enge Verbundenheit und Identifikation mit der Bartenwetzerstadt Melsungen bewahrt und sich als starke Einheit präsentiert.
Wir ehren unsere Vereinsgeschichte und nehmen sie zum Anlass stets mit der Zeit zu gehen und den gesellschaftlichen und sportlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und vor allem unseren Mitgliedern gerecht zu werden.
Unseren Gründungsmitgliedern und allen Vereinsmitgliedern, die mit Blut, Schweiß und Tränen zum Fortbestand unseres großartigen Vereins beigetragen und diesen nachhaltig geprägt haben, gilt deshalb unsere größte Anerkennung und unser fortwährender Dank. Wir werden deren Engagement und Leidenschaft stets in Ehren halten.

Zwei Monate nach dem ersten Länderspiel einer deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz wird am 01.06.1908 der Melsunger Fußballclub “Viktoria” gegründet. Dieser schließt sich ein Jahr später mit dem Verein “Arminia” zusammen und man führt fortan den Namen “Melsunger Fußball-Verein 08”. Die Geburtsstunde unseres Vereins.
Da das Fußballspiel in weiten Kreisen der Bevölkerung gemeinhin als “roher Sport” gilt und sich kein Bürger findet, der dem Verein eine Wiese verpachten will, verläuft die Anfangszeit schwierig. Unterstützung bei den ersten “Gehversuchen” der Sportler kommt von schon bestehenden Kasseler Fußballvereinen und dem Engländer, Mr Taylor, der bei der Firma B. Braun arbeitete und die heimischen Kicker den “Flachpass” lehrt.
Der Ausbruch des 1. Weltkrieges lähmt die Vereinsentwicklung und den zu dieser Zeit schon regen Spielverkehr und von 1915 – 1918 ruht der Vereinsbetrieb völlig. Spieler und Förderer werden eingezogen oder melden sich als Kriegsfreiwillige.
Der Wiederbeginn des Vereinslebens nach dem Krieg gestaltet sich nicht minder schwierig als die Gründerjahre. Jedoch gelingt es in Verhandlungen mit den städtischen Gremien, trotz derer großen Bedenken, es gäbe dann nicht mehr genügend Weidefläche für die Ziegen in der Stadt, an der Fulda einen Sportplatz einzurichten, der am 1. August 1920 mit einem großen Sportprogramm als “Freundschaftsinsel” eingeweiht und bis heute als Spielfeld des MFV 08 genutzt wird.
In den folgenden Jahren entwickelt sich der Verein, in dem jetzt neben dem Fußballspiel auch erfolgreich Leichtathletik betrieben wird, sehr positiv. Neben dem Sport bringen kulturelle Akzente und gesellige Veranstaltungen dem Verein viel Zulauf aus der Bevölkerung. So wird im Saal der Gaststätte Weinreich, im heutigen “Lutherhaus”, an mehreren Abenden die Operette “Die Winzerliesel” aufgeführt. Diese Tradition kultureller Arbeit in einem Sportverein sollte in späteren Jahren in abgewandelter Form durch das Wirken von Willi Semmler fortgeführt werden, der die legendären Faschingsveranstaltungen in Kirchhof organisierte.
Aber schon wieder ziehen Wolken auf, die Wirtschaftskrise und die Inflation lähmen auch den Sportbetrieb. Das Jahr 1928 bringt beinahe den Kollaps für den MFV 08. Der Verein gerät in finanzielle Nöte. Einige wenige Mitglieder greifen beherzt und unter eigenen finanziellen Opfern ein. Christoph Heerdt wird zum Vorsitzenden gewählt.
Das Jahr 1933, in dem der MFV 08 sein 25-jähriges Bestehen hat, bringt durch die neue politische Situation große Veränderungen im Vereinsleben. Statt Fußball und Leichtathletik rücken Geländeübungen mit Gepäckmärschen, Schießübungen und andere wehrsportliche Aktivitäten in den Mittelpunkt. Ein “Vereinsführer” löst Christoph Heerdt als Vorsitzenden ab, er wird – unter Druck von oben – als Mitglied des Vereins ausgeschlossen.
Nach dem unheilvollen 2. Weltkrieg existiert der MFV 08 drei Jahre lang als Teil der von den Siegern genehmigten “Sportvereinigung Melsungen 1945”. Sportlicher Höhepunkt dieser Zeit ist ein Spiel gegen Viktoria Aschaffenburg mit dem Altinternationalen Ernst Lehner vor großer Kulisse auf der Freundschaftsinsel. In 1949 kommt es zur Auflösung der Sportvereinigung und die beteiligten Vereine gehen wieder getrennte Wege.
Nach einer kurzen Blütezeit Anfang der 50er Jahre, die im Gewinn des Bezirkspokals 1951 gipfelt, zeigt der MFV 08 in der Folgezeit schwankende Leistungen im Fußball. Einem weiteren Sieg im Bezirkspokal 1959 stehen auch schwächere Jahre gegenüber. Vieles hängt von der jeweiligen Jugendarbeit ab, die unter anderem von Heinz Siemon, Günther Heerdt und Günter Küllmer positiv geprägt wird.
Im Fußball markiert das WM-Jahr 1966 mit seinem legendären Wembley “Tor” den Anfang einer längeren Blütezeit des MFV 08. Die erste Mannschaft steigt in die damalige Gruppenliga Nord auf. Die Freundschaftsinsel wird zum “Mekka” der Fußballbegeisterten. Zuschauerzahlen, die an die 1000 herankommen, sind keine Seltenheit.
Häufige Wechsel im Amt des Vorsitzenden, wie sie in der Vergangenheit öfter vorkamen, bleiben aus. Hans-Werner Kropf (1962 – 1970) und vor allem sein Nachfolger Joachim Wildhagen (1970 – 1978) geben dem Vorstand Kontinuität. Gestützt auf eine gute Jugendarbeit hält die erste Mannschaft 14 Jahre lang die zweithöchste Amateurklasse in Hessen. Absoluter Glanzpunkt ist das Jahr 1978, als man im Pokal bis in die zweite DFB-Hauptrunde vordringt und erst beim Zweitligisten Bayreuth nach großem Spiel und vor großer Kulisse unterliegt. Im Anschluss folgen für die Fußballsenioren des MFV 08 sportlich unbeständige Jahre. Sie wechseln zwischen der Landesliga und der Bezirksoberliga hin und her. Höherklassig spielt man jeweils unter den Trainern Jochen Galler bzw. Hans Köhnke (1982 – 88), Peter Orlowski (1993 – 94) und Hubert Schramowski 1997 – 2002). Im Jubiläumsjahr 2008 gelingt der 1. Mannschaft unter Trainer Günter Schmidt erneut der Aufstieg in die zweithöchste hessische Fußballliga, die nun als Verbandsliga firmiert, allerdings kann man bei vier Absteigern die Klasse nicht halten. Unter dem neuen Trainer Peter Wefringhaus schafft der Verein in der Saison 2009/10 wiederum den Aufstieg und hofft, durch gezielte und kontinuierliche Arbeit den Verbleib in der Verbandsliga länger zu sichern. Laut Statistik gehört der Melsunger FV 08 dieser Klasse mit Unterbrechungen bereits 29 Jahre an und ist damit dienstältester Verein vor der SG Bad Soden.
Auch im Gesamtverein hat der Melsunger FV 08 in der jüngeren Vergangenheit viel Kontinuität entwickelt. Er gehört weiterhin zu den Aushängeschildern im Vereinsleben der Stadt Melsungen.
Dies ist bis zum Jahr 2007 ein Verdienst des langjährigen Vorsitzenden Alfred Weigand, der seit 1981 über 26 Jahre mit einem Team engagierter Mitarbeiter das Vereinsschiff führt. Mit dessen Sohn Nils Weigand an der Vereinsspitze und einem verjüngten Mitarbeiterstab begeht der Melsunger FV 08 im Jahr 2008 sein 100-jähriges Jubiläum.
Während einer Festwoche gibt der Verein seinen Mitgliedern, Freunden und Förderern einen Einblick in das vielfältige Vereinsgeschehen. Zu einem Höhepunkt der Feierlichkeiten wird der Auftritt des Vereinsmitglieds Bernd Köhler, der als “Justus Riemenschneider” zusammen mit Freunden in einem zweistündigen Kabarettprogramm die Geschichte des Vereins ironisch und humorvoll darstellt.
Ein sportliches Highlight folgt im August 2009 als der Fußball Bundesligist Eintracht Frankfurt zum zweiten Mal nach 2004 vor großer Zuschauerkulisse auf der Melsunger Freundschaftsinsel zu einem Spiel aufläuft.
Nach dem Aufstieg im Jahr 2010 spielte der MFV 08 für insgesamt 6 Jahre in der Verbandsliga Nord. Nachdem Peter Wefringhaus als Trainer nach Sand wechselte, wurde es sportlich unruhiger. Die Ergebnisse verschlechterten sich kontinuierlich. In der Saison 2016/17 stieg der Verein in die Gruppenliga ab.
Dort sollte es unter dem neuen Trainer Uwe Zenkner zu einem Neuaufbau kommen. Dieser endete im Fiasko. Nach fünf sieglosen Spielen fand sich der MFV auch in der Gruppenliga am Tabellenende wieder. Dank einer Kraftanstrengung des gesamten Vereins und der Verpflichtung von Christian Leck als neuen Trainer konnte sich die Mannschaft stabilisieren und landete zum Ende Saison im Mittelfeld der Tabelle.
In die neue Saison startete der MFV mit großen Zielen. Höhepunkt des Jahres sollte das 110-jährige Jubiläum sein. Dies wurde mit einem großen Tag des Fußballs am 14. Juli 2018 auf der Freundschaftsinsel gefeiert. Nach mehreren Freundschaftsspielen und einem Festkommers im Freien kam es zur größten Katastrophe in der Vereinsgeschichte. Der Grill ging in Flammen auf, welche in Windeseile auf das Clubhaus überschlugen. Innerhalb kürzester Zeit stand der gesamte linke Teil des Clubhauses in Flammen. Dabei wurde letztlich die gesamte Gastwirtschaft und Teile des Daches zerstört. In der Folgezeit kam es noch zu einem Wassereinbruch im Gastraum und einem Wasserrohrbruch in den Toiletten. Daraufhin entschloss sich der Vorstand zu einer Komplettsanierung des Clubhauses im Gesamtvolumen von ca. 250.000,-€. Diese ist jetzt nach fast 2 ½ Jahren abgeschlossen. Das toll sanierte Clubhaus des MFV 08 erstrahlt in neuem Glanz. Diesbezüglich ist der gesamte Verein gestärkt aus der Krise hervorgegangen.
Die Hinserie der Saison 2018/19 konnte dann, dank guter Unterstützung der Stadt Melsungen, auf der Freundschaftsinsel stattfinden. Aufgrund des Wasserrohrbruches erfolgte zu Beginn des Jahres 2019 der Umzug ins Melsunger Waldstadion. Dort trug der MFV für ein Jahr seine Heimspiele aus. Ein großer Dank gilt der MT 1861, die den MFV 08 in dieser Situation toll unterstütze.
Die Saison 2018/19 endete mit der Meisterschaft und dem erneuten Aufstieg in die Verbandsliga Nord. Nach einer völlig verkorksten Vorbereitung trat Trainer Christian Leck von seinem Amt als Trainer zurück. So startete der MFV 08 unter miserablen Vorzeichen in die neue Liga. Als neuer Trainer konnte Peter Wefringhaus verpflichtet werden. Die Saison lief sportlich schlecht.
Dazu kam die nächste Krise. Aufgrund der Corona Pandemie wurde die Saison im März 2020 unterbrochen und letztlich abgebrochen. Damit hatte der MFV als Tabellenletzter den Klassenerhalt in der Verbandsliga Nord geschafft. Vorstand, Trainer und Spieler zogen die Mannschaft freiwillig zurück, so dass der Verein in der Saison 2020/21 wiederum in der Gruppenliga antrat.
Die Saison startete im September unter erschwerten Bedingungen. Arbeitsaufwändige Hygienemaßnahmen wurden notwendig, um Spielbetrieb unter pandemisch angemessen Bedingungen überhaupt möglich zu machen. Die Saison wurde dann aufgrund der Corona Pandemie nach 11 Spieltagen Ende Oktober unterbrochen, nachdem das Pandemiegeschehen erneut besorgniserregend an Fahrt aufgenommen hatte. Die Mannschaft belegte zum Zeitpunkt der Unterbrechung einen Mittelfeldplatz. Das letzte Spiel vor der Unterbrechung war das erste Geisterspiel der Vereinsgeschichte beim TuSpo Mengeringhausen, welches mit 3:4 gewonnen wurde. Aktuell ruht der gesamte Trainings- und Spielbetrieb.

01.06.1908-25.03.1909 Georg Kurzrock
25.03.1909-30.04.1909 Daniel Ludwig
30.04.1909-22.08.1910 Georg Kurzrock
22.08.1910-07.04.1911 Hermann Blank
07.04.1911-16.06.1911 Ernst Echtermeyer
16.06.1911-06.12.1913 Daniel Ludwig
06.12.1913-21.06.1919 Adam Kohl
21.06.1919-29.11.1919 Daniel Ludwig
29.11.1919-08.03.1920 Eduard Portugall
08.03.1920-02.12.1920 Albert Eysel
02.12.1920-05.08.1922 Christoph Reinemund
05.08.1922-01.09.1923 Hans Echtermeyer
01.09.1923-10.01.1925 Christoph Reinemund
10.01.1925-06.06.1925 Hans Reimold
06.06.1925-20.02.1926 Wilhelm Löwe
20.02.1926-01.05.1926 Paul Wöhner
01.05.1926-26.06.1926 Ernst Heerdt
26.06.1926-04.12.1926 Christoph Reinemund
04.12.1926-14.01.1928 Christoph Heerdt
14.01.1928-08.12.1928 Christoph Reinemund
08.12.1928-04.01.1930 Christoph Heerdt
04.01.1930-10.03.1930 Fritz Riedemann
10.03.1930-15.12.1930 Wilhelm Löwe
15.12.1930-03.05.1933 Christoph Heerdt
03.05.1933-10.06.1933 Christoph Siebert
10.06.1933-05.08.1933 Heinrich Bierach
05.08.1933-13.01.1934 Otto Hencke
13.01.1934-20.08.1936 Christoph Reinemund
20.08.1936-15.09.1938 Richard Teschner
15.09.1938-08.05.1945 Christoph Siebert
17.11.1945-17.01.1946 (SVM 45) Wilhelm Hohmann
17.01.1946-17.11.1949 (SVM 45) Christoph Heerdt
17.11.1949-29.03.1952 Christoph Reinemund
29.03.1952-03.07.1954 Konrad Koch
03.07.1954-13.05.1956 Theo Horn
13.05.1956-15.06.1961 Wilhelm Mell
15.06.1961-10.05.1962 Christoph Heerdt
10.05.1962-09.01.1970 Hans-Werner Kropf
09.01.1970-27.01.1978 Joachim Wildhagen
27.01.1978-07.03.1980 Karl-Heinz Hofmann
07.03.1980-05.03.1981 Heinrich Reinbold
05.03.1981-23.03.2007 Alfred Weigand
seit 23.03.2007 Nils Weigand

1959-1961 Heinz Alsfeld
1961-1964 Blüher (Vorserie)/Günter Siebert (ab Rückserie)
1964-1965 H. Schmidtchen
1965-1969 Helmut Köhler (krank)/ Friedel Goßmann
1969-1970 Hoffmann/Goßmann
1970-1976 Alfred Weigand
1976-1977 Alfred Weigand/Helmut Deppe
1977-1979 Horst Caßelmann
1979-1980 Walter Obijou
1980-1983 Jochen Galler
1983-1988 Hans Köhnke
1988-1989 Roland Groth/Günter Stelzig
1989-1990 Georg Seitz (Vorserie)/Werner Weigel (Rückserie)
1990-1996 Peter Orlowski
1996-2001 Hubert Schramowski
2001-2002 Jürgen Lohne/Dieter Grützmacher
2002-2003 Peter Orlowski
2003-2009 Günter Schmidt
01.07.2009-30.06.2014: Peter Wefringhaus
01.07.2014-31.12.2014: Michael Wilhelm
01.01.2015-30.11.2016 Timo Rudolph/Sascha Beetz
01.01.2016-30.06.2016 Hubert Schramowski
01.07.2017-30.09.2017 Uwe Zenkner
01.10.2017-31.12.2017 Pere Pavic/ Henner Schmidt
01.01.2018-20.07.2019 Christian Leck
Interimstrainer Hendrik Schmidt
August 2018 bis heute Peter Wefringhaus

 

1945-1954 Wilhelm Mell
1954-1957 Heinrich Greiling
1958-1964 Heinz Siemon/Günther Küllmer (Schülerwart)
1964-1965 Günther Heerdt
1965-1969 Heinz Hördemann
1969-1970 Günther Heerdt
1971-1976 Karl-Heinz Hofmann
1977-1978 August Alheit
1979-1980 Wolfgang Blümer
1981-1986 Manfred Strube
1987-1994 Wolfgang Blümer
1995-2002 Armin Koschig
seit 2003 Gunter Gibhardt

Es war einmal...

Es war einmal...
Vanessa Hübel

Das Clubhaus des MFV 08

Ergänzend zu den an anderer Stelle dieser Homepage dargebotenen Informationen zur Geschichte der „Freundschaftsinsel“ als Spielstätte des MFV 08, steht in diesem Text das Vereinsheim im Mittelpunkt. Das erste Sporthäuschen

Weiterlesen »
Es war einmal...
Vanessa Hübel

Karneval beim MFV 08  

Die Austragung von Karnevalveranstaltungen ist aufgrund der Corona-Pandemie überall zum Erliegen gekommen. Dies betrifft auch die heimischen Karnevalsvereine z. B. in Melsungen, Röhrenfurth oder Guxhagen. Dass in der Vergangenheit der

Weiterlesen »